Pressemitteilung des NAMF – Netzwerk Asyl, Migration und Flucht

Kundgebung und Demonstration
3. Mai 2012 – 15:15
vor dem Kulturrathaus (zeitgleich: Stadtratssitzung)

Für dezentrales Wohnen von Flüchtlingen in Dresden!

Am 3. Mai protestierten 70 Aktivist_innen zeitgleich zur Stadtratssitzung gegen die Wohnheime für Asylsuchende in Dresden. Anlass gab das neu gebaute Heim auf der Großenhainer Str. Im Anschluss bewegte sich die von dem jungen Netzwerk NAMF (Netzwerk für Asyl, Migration und Flüchtlinge) angemeldete Demonstration über die Alaunstraße zum Alaunpark. Dort wurden die Forderungen nach menschenwürdigem Wohnen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Presseecho

HINTERGRÜNDE UND FORDERUNGEN:

Seit mehr als einem Monat ist das sechste Dresdner Heim für Asylsuchende (treffender als Lager zu bezeichnen) in Betrieb. Durch diesen Schritt gibt die Stadtverwaltung erneut zu erkennen, dass es ihr nicht um eine humane Unterbringung von Menschen geht, die vor Krieg, Verfolgung, Folter und vielen weiteren menschenunwürdigen Lebensbedingungen geflohen sind. Nachdem die Forderungen zahlreicher Initiativen nach dezentraler Unterbringung der in Dresden lebenden Flüchtlinge sowohl im Jahr 2009 als auch 2010 im Dresdner Stadtrat abgelehnt wurden, wird die Zahl der Heime nun noch erweitert.

Die Politik der Stadtverwaltung hat nicht dazu beigetragen die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Im Gegenteil: Im neuen werden sie gezwungen mit bis zu sieben weiteren Personen in einem Raum zu leben. Sie besitzen keine Möglichkeit, die Flucht und Erlebnisse aus ihrem Heimatland zu verarbeiten. Statt dessen werden ihnen Lebensbedingungen aufgezwungen, die sie neuen psychischen Belastungen aussetzen. Diese Art der Lagerunterbringung führt zu Depressionen und damit zu erheblichen Schwierigkeiten zwischen den Bewohnern_innen. Sie sorgt aber auch für eine Ausgrenzung der Flüchtlinge von der heimischen Bevölkerung und schürt somit Ressentiments, die nicht das Ziel einer weltoffenen Stadt sein können.

400 Menschen müssen momentan in dieser Stadt unter solchen menschen-verachtenden Bedingungen leben. Sie müssen sich den Schlaf- und Lebensraum, die Dusche und Toilette mit mehreren Personen teilen, mit denen sie sich nicht einmal verständigen können. Diese unmenschlichen Zustände bestehen für viele Flüchtlinge seit mehreren Jahren.

Wir sind gegen eine Trennung von Familien und Bezugspersonen. Wir fordern daher eine Unterbringung von Flüchtlingen in eigenen Wohnungen, die sich nach den individuellen Bedürfnissen dieser Menschen richtet.

Weitere Informationen und Aktionen (u.a.):
Ökumenische Kontaktgruppe Asyl: http://kontaktgruppeasyl.blogsport.de/
gruppe.cartonage: http://cartonage.blogsport.de/
Kampagne gegen Ausgrenzung von AsylbewerberInnen: http://www.gegen-ausgrenzung.de/

Das ist erst der Anfang, wir bleiben dran …

Für den 24.5. ist eine weiter Kundgebung geplant.